„Den Seenotfall erleben und trainieren, ohne in Gefahr zu geraten“. Das ist das Motto des World Sailing lizenzierten Sea Survival Trainings im Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine in Neustadt / Holstein.
Seit vielen Jahren findet in Neustadt im Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Deutschen Marine ein intensives Sicherheitstraining für Wassersportler statt. Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung des KYCD stehen praktische Übungen, ohne dass die Theorie zu kurz kommt. Den Seenotfall mit den Teilnehmern wirklichkeitsnah gefahrlos zu trainieren, ist das Ziel der Profis unseres Neustädter Ausbildungsteams.
Unsere Ausbilder sind aktive oder ehemalige Angehörige der Marine und der DGzRS. Die qualifizierte Ausbildung in der Einrichtung der Deutschen Marine hat schon vor Jahren den Standard für Sicherheitstrainings gesetzt. Beim Training in Neustadt ist es deshalb möglich, in Praxis und Theorie viel über die Sicherheit an Bord und auf See zu lernen.
Nicht nur für das Boot gilt, dass es für die Saison fit sein muss, sondern das Gleiche gilt für Skipperin, Skipper und Crew!
• Am ersten Tag wird in einem nachgebauten Schiffsrumpf unter realistischen Bedingungen die Leckbekämpfung geübt. Wer die massiven Wassereinbrüche stoppen konnte, wird auch kleineren Lecks auf Yachten begegnen können.
• Vom Wasser geht es dann zum Feuer: Nach einer theoretischen Einführung in Brandentstehung und -verhütung sowie in die Bekämpfung von Flüssigkeits-, Glut- und Fettbränden mit Pulver, Schaum, CO2 und Wasser folgen praktische Übungen und Demonstrationen. Wird an Bord ein Brand bemerkt, ist es entscheidend, mit Überlegung schnell und entschlossen zu handeln. Das fällt schwer, denn ein Feuer löst Angst aus. Darauf eingestellt zu sein und Maßnahmen und Ausrüstung kennenzulernen, mit denen man mit einem Entstehungsbrand klarkommen kann, wird allen vermittelt.
• Nach einer Einweisung in Aufbau und Funktion von Rettungswesten und Rettungsinseln wird am zweiten Tag in der Schwimmhalle im Seegang mit ihnen trainiert. Das Material wird gestellt, aber jeder Teilnehmer sollte auch die Chance nutzen, sich mit Sitz und Verhalten der eigenen Weste im Wasser vertraut zu machen.
• Viele Unfallberichte handeln von misslungenen Bergungen. Sie zeigen, wie schwer es ist, einen über Bord gegangenen Menschen wieder an Deck zu holen. Während des Trainings wird auf diese Herausforderung eingegangen, und in der Schwimmhalle stehen auch einige Möglichkeiten, Personen aus dem Wasser zu bergen, auf dem Programm.
Das Training ist nicht nur für Fahrtensegler eine gute Vorbereitung auf die nächste Saison. Auch Regattasegler sind in Neustadt gut aufgehoben.
• Beim Sturz ins Wasser denkt man in unseren Breiten zu Recht an Unterkühlung. Die Versorgung eines Unterkühlten mit Bordmitteln wird dargestellt. Nach einem Sturz ins kalte Wasser sterben jedoch immer wieder Menschen lange bevor sie unterkühlt sind. Die Gefahren der „ersten Viertelstunde“ und der Umgang mit ihnen werden deshalb ebenfalls behandelt.
• Gegen Ende der Veranstaltung gibt es noch das „Feuerwerk“: Das veranstalten die Teilnehmer selbst mit pyrotechnischen Signalmitteln wie Handfackeln, Fallschirmraketen und Rauchtöpfen. Diesem letzten Praxisteil des Trainings geht eine Einführung in Notsignale und Kommunikationsmittel für Notfälle voraus.
Das Sicherheitstraining in Neustadt ist ein „Sea Survival Course“ nach den Offshore Special Regulations. Teilnehmer, die erfolgreich ein Examen ablegen, erhalten eine Bescheinigung, mit der sie ihre Qualifikation bei Regatten nachweisen können. Auch ARC-Teilnehmern wird vom World Cruising Club empfohlen, ein solches Training zu absolvieren.
Dokumente
Ablauf
Freitag: Anreise bis 12:00 Uhr
Ausweispapiere bitte nicht vergessen!
Treffen im Kasernengelände, anschließend Begrüßung und Einweisung in den Übungsablauf.
12:20 Uhr Beginn des Programms.
Circa 19:30 Uhr gemeinsames Abendessen und gemütliches Beisammensein im EAZS.
Sonnabend: 7:15 Uhr Frühstück in der Kaserne, danach Fortsetzung des Programms.
13:00 Mittagessen, anschließend Fortsetzung des Programms.
Circa 16:30 Uhr Abschlussgespräch.
Circa 17:30 Uhr Ende des Sicherheitstrainings.