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Das Drama um die Schleibrücke

Construction Site of the New Schleibrücke Lindaunis in May 2024 93
Schleibrücke Lindaunis

Die Deutsche Bahn plant. Die Deutsche Bahn baut. Die Deutsche Bahn plant weiter. Die Deutsche Bahn baut weiter...

Bernhard Gierds

28.1.2026

Die Deutsche Bahn plant neu und baut noch immer. – Kein „Jahrhundertbauwerk“, sondern bloß eine zweispurige kombinierte Eisenbahn- und Straßenklappbrücke, die mit einer Breite von 12 Metern eine 5 Meter breite und 126 Meter lange Brücke ersetzen soll, die 1924 errichtet worden war. Im Jahr 2003 gab es die allerersten Überlegungen für den Neubau. Seither wird an dem Projekt gewerkelt. Nach dem ersten Zeitplan aus dem Jahr 2007 hätte die neue Brücke 2012 eröffnet werden sollen. Damals waren allerdings viele zu berücksichtigende Faktoren außer Acht gelassen worden. Das grüne Licht kam erst von Bahnchef Harald Mehdorn, als eigentlich alles fertig sein sollte. Planungsphase nun bis 2015, Baubeginn 2016. Leider hatte die Deutsche Bahn diesmal übersehen, dass bei ihrem Brückenbau eine Risikoanalyse nach EU-Recht erforderlich ist. Neue Zeitverzögerung: Ein Jahr. 2017 rechnete man mit dem ersten Spatenstich im Folgejahr und der Fertigstellung 2020. Im März 2019 sind die schönen Aussichten wieder dahin. Es wird eine „Task Force“ gebildet, die sich um ungeklärte Fragen der Statik kümmern soll und auch um das kleine Problem, dass man gar nicht bauen darf, weil es für den Neubau vom Eisenbahnbundesamt keine Genehmigung gibt…

Im September 2020 geht es dann zügig los, aber nur bis August 2021. Da werden bei Rammarbeiten Teile der alten Brücke in Mitleidenschaft gezogen, die für die neue eine Rolle spielen. Der gesamte Plan muss überarbeitet werden. Dafür veranschlagt die Deutsche Bahn zwei Jahre, Fertigstellung also Ende 2025.

Das Jahr 2025 liegt inzwischen hinter uns, und jede Crew, die im letzten Herbst auf diesem Teil der Schlei unterwegs war, konnte – ohne ein tiefgehendes Wissen vom Brückenbau haben zu müssen – mit Bestimmtheit sagen: „Das wird wohl nichts.“ Einmal mehr sah das auch die Deutsche Bahn so. Sie verkündete am 11. September vor Ort flugs ihren nächsten Zeitplan: „Beim Neubau der Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Schlei bei Lindaunis geht es voran: Heute hat die DB InfraGO gemeinsam mit den bauausführenden Unternehmen den weiteren Zeitplan und Bauablauf vorgestellt. […] Bürger:innen und Politiker:innen der Region konnten vor Ort an Führungen teilnehmen und sich ein Bild von der Baustelle machen. Ziel ist es, die neue Brücke Ende 2027 in Betrieb zu nehmen.“

Es wird sich also nichts ändern. Der Straßen- und Bahnverkehr zwischen den Kreisen Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde bleibt massiv eingeschränkt. Die Behinderungen der Schifffahrt, die die Durchgängigkeit der Seeschifffahrtsstraße Schlei seit Beginn der Bauarbeiten immer wieder zum Glückspiel machen, bleiben uns erhalten.

Nach jetzigem Stand heißt das konkret laut einer bis zum 30. April 2026 gültigen Bekanntmachung für Seefahrer des WSA Ostsee, dass die seit Anfang November 2025 bestehende Sperrung für den Schiffsverkehr bis April 2026 bestehen bleibt, ohne dass ein genaues Datum für die erste Öffnung im Frühjahr genannt werden könnte. Bis es so weit ist, kommen in Abstimmung mit dem Baubetrieb nur Sonderöffnungen in Frage. Die Absicht, die Baustelle zu passieren, muss 10 Werktage vor der beabsichtigten Durchfahrt bei der Deutschen Bahn per E-Mail angekündigt werden (db.lindaunis.schleibruecke@deutschebahn.com).

Ach ja, die Kosten: Im Plan von 2007 war die Rede von 7,65 Millionen Euro. Vor den jetzigen Verzögerungen war man bei 84 Millionen Euro angekommen und zu den aktuell zu erwartenden Kosten schweigt die Deutsche Bahn.

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