Kreuzer Yacht Club Deutschland e.V.






Experten diskutierten während der hanseboot 2010
über die Sicherheit auf dem Wasser






Podiumsdiskussion des KYCD auf der hanseboot 2010

Am ersten Messesonntag hatte der Club Experten der Bundesstelle für Seeunfallunter-
suchung, der Wasserschutzpolizei Hamburg, der DGzRS, des Bundesverbandes der
See- und Hafenlotsen, des Fachverbandes Seenot-Rettungsmittel und des Yachtver-
sicherungsmaklers Wehring & Wolfes zu einer rund dreistündigen Podiumsdiskussion
geladen. Die Experten - aber auch das zahlreich erschienene Publikum - waren aufge-
fordert, ihre Sichtweise zum Generalthema "Sicherheit auf dem Wasser" darzustellen.

Angeregt diskutiert wurde nicht nur über die statistischen Unfalldaten und das aktuelle
Unfallgeschehen auf dem Wasser, über Missverständnisse zwischen der Großschifffahrt
und Yachten, der Ausrüstung von Crew und Schiff, der individuellen Fortbildung durch
Praxistrainings und Seminare, sondern insbesondere auch über die immer wieder
auftauchende Forderung nach einer Ausrüstungspflicht oder wie vor einigen Wochen
geschehen, einer Tragepflicht für Rettungswesten.

Speziell bei diesem Teilaspekt wurde deutlich, dass die Expertenrunde eine Trage-
pflicht per Gesetz für Rettungswesten ablehnt und stattdessen die Verbesserung der
Aufklärung und Schulung über die "Lebensretter" als sinnvollere Maßnahme ansieht
- insbesondere auch, weil der Einsatz und das Tragen von Rettungswesten sowie
deren Ausführung und Ausstattung aufgrund vieler verschiedener Einflussfaktoren
nicht zu verallgemeinern ist. Darüber hinaus ist aber auch zu berücksichtigen, dass
eine Rettungsweste nicht das Alleinstellungsmerkmal für Sicherheit an Bord sein darf.
Vielmehr ist zum Beispiel die Sicherung gegen das Überbordgehen (Lifebelt) als gleich-
wertig anzusehen.

Über allem steht immer noch die gute Seemannschaft und hierzu gehört vor allem vor
dem Auslaufen eine fundierte Sicherheitseinweisung von Crew und Gästen an Bord
durch den verantwortlichen Schiffsführer.

Anhand der von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung dokumentierten Unfall-
zahlen im Bereich der Freizeitschifffahrt (in 2009 gab es von der BSU dokumentierte
43 Seeunfälle, wobei 10 als "Sehr schwerer Seeunfall" eingestuft wurden, bei denen
insgesamt 14 Menschen ihr Leben verloren) wurde deutlich, dass diese Zahlen vermut-
lich um einiges höher liegen würden, wenn es nicht die immens wichtige Deutsche
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gäbe, die 2009 in Nord- und Ostsee unter
anderem 123 Menschen aus Seenot gerettet, 972 Personen aus drohenden Gefahren-
situationen befreit und 65 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt hat.

Spannend und mit deutlicheren Auswirkungen auf die Sicherheit der Schifffahrt als
bislang immer dargestellt, waren auch die Informationen zu den geplanten Offshore-
Windparks in der Nordsee. Sollten die Planungen unter Federführung des BSH reali-
siert werden, sind massive Auswirkungen auch unter Sicherheitsgesichtspunkten durch
die eingegrenzten und zum Teil sehr engen Schifffahrtwege zu erwarten.







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